Mediation.
Was genau ist das?
 

Die Geschichte von der Orange
oder: Wie leicht sich Mediation erklären lässt

Zwei Brüder streiten sich in der Küche um die letzte Orange. Der Konflikt spitzt sich zu, die Stimmen werden lauter. Die Mutter kommt hinzu und versucht zu vermitteln. Ihr erster Vorschlag: die Orange gerecht zu halbieren. Doch beide Brüder protestieren – jeder will die ganze Orange. Erst als die Mutter weiterfragt und genauer wissen möchte, wofür jeder die Orange benötigt, zeigt sich:

•     Der eine Sohn möchte den Saft trinken.

•     Der andere braucht die Schale zum Backen.

Die Lösung liegt damit auf der Hand: Einer bekommt die Schale, der andere den Saft. Beide erhalten genau das, was sie brauchen – eine klassische Win-win-Lösung.

Diese kurze Geschichte zeigt, was Mediation ausmacht:
Die Mutter – hier die Mediatorin – bleibt neutral, ergreift keine Partei und setzt keine eigene Lösung durch. Stattdessen fragt sie nach den Interessen der Beteiligten und ermöglicht so eine Lösung, die für alle zufriedenstellend ist.


Bereitschaft. Mediation findet statt, wenn alle Beteiligten dazu einwilligen.
Eigenverantwortlichkeit. Jede und jeder spricht für sich selbst und trägt Verantwortung für den eigenen Beitrag.
Vertraulichkeit. Informationen werden nur mit Zustimmung aller weitergegeben.
Offenheit. Je mehr relevante Informationen geteilt werden, desto größer ist der Spielraum für positive Veränderungen.
Zukunftsorientierung. Der Fokus liegt auf Lösungen und der zukünftigen Zusammenarbeit - keine Schuldzuweisungen oder Blick zurück im Zorn.
Fairness. Vereinbarte Spielregeln gelten für alle gleichermaßen.

Mediation. Was braucht es dazu?


Konflikte: Wozu?

Konflikte sind normal. Sie mögen herausfordernd sein, kräfteraubend, verwirrend oder beängstigend. Und es mag ein natürlicher Reflex von uns Menschen sein, diesen unangenehmen Gefühlen ausweichen und entfliehen zu wollen.

Gibt es Möglichkeiten, die Energie, die in Konflikten gebunden ist, sinnvoll und konstruktiv zu nutzen? Wie können wir die Veränderungs- und Verbesserungspotenziale, die in Konflikten stecken, wahrnehmen?

Wie können wir Konflikte als Ressourcen für eigene - persönliche und berufliche - Entwicklungen entdecken?